Die Schembergs!

Tauchen in Norwegen?

Hat man diese Frage mit "Ja" beantwortet, so schließt sich üblicherweise die nächste Frage an: "Sieht man denn dort überhaupt etwas?" Die Antwort ist ebenfalls "Ja", doch dazu später.

Fakten: Norwegen

Norwegen erstreckt sich über eine Länge von etwa 3000 km, hat eine Fläche, die etwa der Deutschlands entspricht, allerdings lediglich 4,5 Mio. Einwohner.

Norwegen ist nicht Mitglied der EU, hat keinen Euro und ist zweitgrößter Erdölexporteur der Welt. Zweifellos bilden die Erdölexporte die Basis des norwegischen Wohlstandes, der zu dem aus deutscher Sicht hohen Preisniveau beiträgt.

Den Sinn von norwegischen Wörter kann man oftmals aus dem Deutschen oder Englischen erraten, für eine Unterhaltung reicht das natürlich nicht. Die meisten Norweger sprechen ein ordentliches Englisch, manchmal auch Deutsch.

Tauchplätze und Basen (Stand: Sommer 2006)

Beeindruckender und für Taucher wichtiger als die immense Längsausdehnung ist die Küstenlinie: 22.000 km. Vor der Küste Norwegens liegen angeblich 30.000 Schiffswracks, es ist daher unwahrscheinlich bei einem Tauchgang kein Wrack zu sehen.

Bekannt ist unter nordischen Tauchern Südnorwegen, dort wird überwiegend in der Nordsee getaucht. Ich habe mit meiner Frau ebenfalls den Bereich Südnorwegen bereist und dort einige Tauchgänge unternommen. In einschlägigen Tauchmedien ist der Bereich um Kristiansand besonders für einige Wracks bekannt:

  • Seattle
  • Tom B.
  • Gudrun
  • Mosel
  • DO-24

Außer Gudrun und DO-24 liegen alle Wracks vor der Küste und man benötigt ein Boot, um zum Tauchplatz zu gelangen. Ebenfalls hilfreich ist ein Kompressor, damit man seine Flaschen füllen kann. Mit anderen Worten, all diejenigen, die mal nach Norwegen zum Tauchen wollen, werden mangels eignem Boot und Kompressor die Dienste einer Tauchbasis in Anspruch nehmen wollen. Ich habe wegen der hohen Preise, z.B. für eine geliehene Flasche, meine komplette Ausrüstung mitgenommen und das auch bei anderen Tauchern beobachtet. Ein Trockentauchanzug ist für Tauchgänge in Norwegen die beste Wahl und man sieht eher selten Leute mit Halbtrockenanzügen, selbst im Sommer.

In Kristiansand gibt es einen Tauchladen, der mittwochs und sonntags Bootstauchgänge (25 EUR) durchführt aufgrund der Zielgruppe OWDs, handelt es sich üblicherweise um einen Naturtauchgang (das ist nach norwegischer Logik jeder Tauchgang, der kein Wracktauchgang ist (A-Dykk). Dort kann man auch Flaschen füllen (norwegischer Standardpreis 50 NOK = 6,25 EUR) oder Ausrüstung mieten oder kaufen.

Eher auf Touristen ausgelegt sind die Tauchbasen, die an Campingplätze angegliedert sind: Dvergestangen und Skottevig.

Dvergestangen liegt etwa 10 km von der Innenstadt Kristiansands entfernt, die dortige Tauchbasis OneOcean verfügt nach Berichten über ein geniales Tauchboot, der Tauchplatz Seattle ist nur 300m entfernt. Als wir dort waren, war die Basis wegen Urlaubs geschlossen. An der Basis gibt es Ferienhäuser zu mieten. Mehrere Trockenräume und eine Außenfüllstation machen die Basis vermutlich zur ersten Wahl für alle, die viel individuell tauchen wollen.

Fährt man von Kristiansand etwa 20 km weiter Richtung Osten/Oslo, so kommt man nach Høvag, dort liegt das Skottevig Dykke Senter. Die Tauchbasis wird seit diesem Jahr von einer Deutschen, Christiane Jurick, geführt. Bootstauchgänge werden nach Wunsch und bei entsprechender Teilnehmerzahl durchgeführt, aber auch individuelles Tauchen ist vom kleinen Naturhafen ebenso möglich, wie das Flasche füllen zu den üblichen Geschäftszeiten.

Eine Tauchbasis aus Lillesand schickte mir einen Link auf ihr Tauchzenter:Lillesand Dive & Travel.

Es gibt noch eine Reihe von Tauchclubs, die im norwegischen Tauchverband Norges Dykkeforbund (NDF) organisiert sind und deren Mitgliedsclubs ihr unter Mitgliedsclubs findet, die Sortierung ist anhand von Regionen vorgenommen. Meist gibt es feste Termine, zu denen die Mitglieder mit dem vereinseigenen Boot zum Tauchen fahren.

Weitere Tauchcenter findet man beim NDF (Tauchcenter) und bei PADI.

Eine bisher nicht sehr gut sortierte komplette Liste aller Tauchbasen/-clubs könnt ihr von mir als PDF erhalten.

Unterwasser

Der Artenreichtum, den die Unterwasserwelt vor Norwegen bietet, ist schon erstaunlich. Bei einer Wassertemparatur zwischen 8 und 16 °C habe ich bei Sichtweiten um 20m folgende Lebewesen getroffen:

  • Seestern
  • Seescheide
  • Seenelke
  • Totemannshand
  • Anemone
  • Köhler (Seelachs)
  • blaue und rote Lippfische
  • Knurrhahn
  • Flunder
  • Krabbe
  • beeindruckend große Quallen
  • Kelbwald
  • Schwämme
  • Muscheln

und vieles, was ich nicht identifizieren konnte.

Skottevig, Flate Anteskjoer. Alle Bilder stammen von meinem Buddy Heinz-Hermann Busch 'Buschi'. Vielen Dank, dass ich sie hier veröffentlichen darf.

Überrascht war ich von der farblichen Vielfalt, weil ich trotz aller vorherigen Berichte doch eher ein Braun-in-grün erwartet hatte. Für diejenigen, die sich einen Eindruck verschaffen wollen, habe ich am Ende des Berichts einige Links angegeben.

Ein besonderes Thema sind tauchende Norweger. Entgegen der bei uns vorherrschenden Einstellung ist in Norwegen ein Taucher quasi die evolutive Weiterentwicklung des Anglers. Entsprechend haben viele Norwegen beim Tauchen ein Netz und einen Dreizack dabei, um für das Abendessen zu sorgen. Innerhalb des NDF gibt es für die "Unterwasserjagd" eine eigene Abteilung, so wie bei uns für Unterwasserfotografie.
Durchaus üblich sind 300bar-DTGs, das sollte man mit einem norwegischen Buddy und beim Flaschefüllen vorher klären.

Überwasser

Norwegen bietet sehr abwechslungsreiche Landschaften. Im Süden kann man neben bergiger Fjordlandschaft auch lange Sandstrände mit nachgelagerten Dünen finden. Etwas weiter Richtung Norden gibt hohe es Gebirge, im Westen Fjordlandschaft pur. Einige - für norwegische Verhältnisse !! - Großstädte sind Oslo (ca. 500.000 Einwohner), Bergen (ca. 240.000 Einwohner), Trondheim (ca. 120.000 Einwohner), Stavanger (110.000 Einwohner) und Kristiansand (75.000 Einwohner). Alle Siedlungen mit mehr als 200 Einwohnern sind in den Landkarten mit einem größeren Klecks eingezeichnet. Man hat also ausreichend Platz in Norwegen! Andere Erlebnisse als Naturbegnungen kann man allerdings nur in den genannten "Großstädten" machen. Dort gibt es eine ordentliche Freizeitinfrastruktur mit Kneipen, Restaurants, Discos usw. Allerdings muss man für solche Vergnügungen tief in die Tasche greifen. So kostet ein Pils 0,25l im Restaurant etwa 6 EUR, Softdrinks sind nicht viel billiger und die Preise für eine Pizza beginnen bei 13 EUR.

Die Preise für die Unterkunft sind regional sehr verschieden und liegen um Ostern, Weihnachten und im Juli 50% über dem Normalpreis. Der Normalpreis eines gut ausgestatteten Ferienblockhauses (Hytte), in dem man mit bis zu 6 Personen wohnen kann liegt im teuren Skottevig Feriesenter bei etwa 105 EUR/Nacht. Im Juli kostet dasselbe Haus gut 155 EUR/Nacht.

Fazit

Leider konnte ich nur wenige Tauchgänge in Norwegen machen und deshalb möchte ich unbedingt noch einmal dort hin. Das Land hat uns sehr gut gefallen und es war sehr entspannend dort Urlaub zu machen, obwohl wir mit dem Juli die touristische Hauptsaison getroffen haben.

Die Bedingungen sind für Taucher ideal, man darf überall dort tauchen, wo es nicht explizit verboten ist, und das Tauchen - auch mit PADI-Tauchbasen - wird in sinnvollem Umfang durchgeführt: keine vorgegebenen Maximalzeiten, Deco-Tauchgänge sind möglich, kleine Gruppen. Die idealen Umstände resultieren meiner Meinung daraus, dass sich einerseits vergleichsweise wenige Taucher die große Anzahl Tauchplätze teilen und in Norwegen andererseits das Jedermannsrecht gilt, nach dem man sich in der Natur frei bewegen darf.

Gut Luft

Axel Schemberg

Norwegenlinks für Taucher

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Unterwasserfotos und Berichte

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