Die Schembergs!

Linux für Senioren

Dieser Artikel beschreibt die Einrichtung eines Linux-PC, der sehr leicht zu bedienen ist, keine kostenpflichte Software benötigt und leicht zu warten ist. Ein Einsatzgebiet ist es Mutti, Papi, Oma, Opa, Tante oder Onkel damit auszustatten, wenn diese ledlich Internet, Email und Textverarbeitung nutzen.

Das Problem

Ein älterer Windows PC arbeitet vor sich hin. In den mageren Hauptspeicher (RAM) drängen sich neben Windows, Internetexplorer und Outlook Express auch noch eine Firewall, ein Virenscanner und eine Anti-Spyware ... Ständig gibt es irgendwelche Meldungen über einen angeblichen Virus, Trojaner, Dialer oder sonstiges. Da wird dann bei der Familien-Support-Hotline angerufen und nachgefragt, ob man OK oder Abbrechen klicken soll.

Wegen der veralteten Software ist der PC aber auch mit der Sicherheitsausstattung von Firewall und Antivirus eine eigenständige Sicherheitslücke. Das täglich Update für diese Sicherheitssoftware erfordert inzwischen schon mehr Zeit - vor allem bei einem Modem-Internetzugang - als mit E-Mail oder Internet verbracht wird.

Die Installation der Alternative Xubuntu wird im einzelnen ab hier beschrieben.

Die Vision

Der Einsatz eines Windows Betriebsssystems ist aus mehreren Gründen eher ungeschickt:

  • Lizenz kostet Geld (ca. 100 €).
  • Viren usw. gibt es fast ausschließlich für Windows.
  • Unzureichendes Sicherheitskonzept (selbst Opa ist Administrator ...).
  • Begrenzte Anpassbarkeit des Desktop.
  • Verlangt viel Hardwareresourcen (insbesondere RAM, Festplatte).
  • Anwendungen haben oft Pop-up-Meldungen usw. die den ungeübten Benutzer verwirren.

Daher bietet es sich an ein einfaches und schlankes Linux zu verwenden, welches aber leicht über das Internet mit Sicherheitsupdates versorgt werden kann. Über einen Remote-Zugang (optional) sollte es möglich sein sich auf den Desktop zu schalten und Hilfe zu leisten oder Aktualisierungen vorzunehmen. Der Desktop enthält nur das aller Nötigste und auch das Startmenü zeigt nur Anwendungen, die verwendet werden.

Die Lösung

Ich habe mich für Xubuntu, einen offiziellen Ableger von Ubuntu entschieden. Die großen Vorteile dieser Distribution ist, dass sie mit einem CD-Image auskommt, wenig unnötige Software für Linux mitbringt, als Desktop das flotte Xfce4 verwendet und sich damit sehr leicht und vielfältig anpassen lässt.

Der größte Vorteil sind die geringen Hardwarevoraussetzungen. Ein PC aus dem Jahr 2000 tut es völlig. Die Minimalanforderungen sind

  • 64 MB RAM
  • 1,5 GB Festplattenplatz

das ist verglichen mit aktuellen Windowsversionen (XP oder Vista) nichts. Installiert habe ich das System auf einem PC mit AMD Duron 800 MHz, 256 MB RAM und 40 GByte Festplatte und ich muss sagen, dass es wirklich flott ist. Das kann ich beurteilen, schließlich ist man Dual-Core Prozessoren unter Windows-XP gewohnt.

Als Software bringt Xubuntu folgende Lösungen mit:

Möglicherweise kann man andere Programme verwenden, die einfacher zu bedienen sind, ich finde diese aber schon ausreichend gut.

Für die Fernwartung habe ich mich für NX von NoMachine entschieden, weil dies sehr performant ist, man den Desktop des Anwenders sieht und die Verbindung automatisch über SSH verschlüsselt wird.

Blieb noch übrig, die offizielle IP-Adresse und den Hilferuf absetzen zu können, dies habe ich über eine PHP-Seite gelöst.

>> Weiter: Xubuntu Installation

News

Mein neuer MFP von Lexmark hat mich jetzt zwei Stunden mit der Funktion "Scan to mail" und "Scan to FTP" beschäftigt. Da ich die richtige Lösung nirgendwo gefunden habe, hier einige Hinweise.

Bei einem Senioren Linux ist es wichtig auch eine Fernwartung/Remote Support zu haben.

Die Welt von 64 Bit erschließt sich Windows ja erst langsam. Erst seit Windows 7 kaufen wirklich viele die 64 Bit Version. Leider gibt es nicht für jede Hardware einen Treiber.